Zubereitung von Kochbarf

Im vorangegangenen Blog bin ich auf die unterschiedlichen Gründe in Bezug auf Kochbarf und das Für und Wider eingegangen. Heute möchte ich euch nun erklären, wie Kochbarf zubereitet werden kann und worauf bei der Herstellung geachtet werden sollte.


Im Großen und Ganzen läuft die Zubereitung von Kochbarf genauso ab wie die Zubereitung von "normalem" Barf - man nimmt Fleisch, schneidet es in katzengerechte Stücke, gibt die nötigen Supplemente hinzu, portioniert alles und fertig - der einzige große Unterschied ist eben, dass das Fleisch gegart und nicht roh ist.

Besonderheiten beim Kochbarf

Auch wenn Kochbarf im Grunde genauso funktioniert wie Roh-Barf, gibt es einige Besonderheiten zu beachten und auch so manchen Trick, den man bei der Zubereitung anwenden kann.

 

Ganz wichtig - und deshalb steht es auch gleich an erster Stelle - ist, dass Knochen und auch Gräten keinesfalls gekocht verfüttert werden sollten. Im Gegensatz zu rohen Knochen sind gekochte nicht mehr biegsam und elastisch, sondern werden hart und spröde und können splittern und der Katze im schlimmsten Fall schwere innere Verletzungen zufügen. Gleiches trifft auch auf Gräten zu. Um kein Risiko einzugehen und die Katze nicht zu gefährden, sollten Knochen nicht gegart verfüttert werden.

Gegarte Knorpel (ohne Knochenreste) können allerdings bedenkenlos verfüttert werden, denn Knorpel wird durch das Kochen weich und stellt für die Katze kein Verletzungsrisiko dar.

 

Verwendet man Fleisch mit Knochen, so bietet es sich an, die Knochen erst nach dem Kochen aus dem Fleisch zu lösen. Entbeinen ist mit gekochtem Fleisch viel einfacher als mit rohem und die Knochen lassen sich sehr einfach herauslösen. So kann man viel Zeit bei der Zubereitung einsparen, außerdem bleibt bei gegartem Fleisch kaum Fleisch am Knochen haften.

Um das Rohfleischgewicht ohne Knochen zu ermitteln, kann man das rohe Fleisch mit Knochen vor dem Kochen wiegen. Nach dem Ausbeinen wiegt man die herausgelösten Knochen. Das Knochengewicht wird vom ersten Gewicht abgezogen und man erhält das Rohfleischgewicht ohne Knochen.

Beispiel:

1 Suppenhuhn mit Knochen wiegt 1.300 g. Die herausgelösten Knochen wiegen 260 g.

1.300 g - 260 g = 1.040 g

Das reine Rohfleischgewicht beträgt 1.040 g.

Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass handelsübliches Fleisch mit Knochen, wie Suppenhühner, Enten, Gänse, Putenoberkeulen, Hähnchenschenkel etc. generell etwa 20% Knochen beinhalten. Man kann also auch vom Gesamtgewicht 20% abziehen oder mit 0,8 multiplizieren und erhält auf diese Weise das durchschnittliche Rohfleischgewicht.

Beispiel: 1.300 g Suppenhuhn x 0,8 = 1.040 g reines rohes Fleisch

 

Weiterhin sollte die Kochbrühe unbedingt mitverfüttert werden, da sich in ihr die beim Kochvorgang gelösten Nährstoffe befinden.

Um die gelösten Nährstoffe nicht unnötig stark zu verdünnen, sollte nur so wenig Wasser wie unbedingt nötig zum Kochen verwendet werden. Außerdem können schonende Garmethoden wie Dünsten, Dämpfen oder Garziehen angewandt werden. Weiterhin bietet es sich an, das vorbereitete Fleisch in bereits kochendes Wasser zu geben. So schließen sich die Fleisch-"Poren" auf der Oberfläche sofort und das Fleisch gibt so weniger seiner Inhaltsstoffe an das Kochwasser ab.

 

Wichtig ist weiterhin, dass die Supplemente anhand des Rohgewichtes des Fleisches berechnet werden.

Fleisch verliert beim Kochen an Gewicht, da es Flüssigkeit verliert. Es ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich, aber als Faustformel kann man sich daran orientieren, dass 1000 g rohes Fleisch nach dem Kochen noch etwa 750 g wiegt. Die Supplemente werden also nicht für 750 g gekochtes Fleisch sondern für 1000 g rohes Fleisch berechnet.

Kennt man das Rohfleischgewicht nicht, kann man das gegarte Fleisch wiegen und dieses Gewicht mit dem Faktor 1,333 multiplizieren. Auf diese Weise erhält man annähernd das Rohfleischgewicht.

Beispiel: 750 g gekochtes Fleisch x 1,333 = 1000 g Rohfleischgewicht.

 

Die Supplemente sollten nicht erhitzt werden und erst zum Fleisch und zur Brühe gegeben werden, wenn diese ausreichend abgekühlt sind. Wenn das Fleisch so kühl ist, dass man es problemlos anfassen kann, dann können in der Regel auch die Supplemente zugegeben werden.

Wie kann man bei der Herstellung von Kochbarf vorgehen?

Meine beiden Katzen sind beide Rohfleischverweigerer und begeisterte Kochbarfer. Seit fast 8 Jahren habe ich nun schon die Ehre, meine Katzen bekochen zu dürfen. Im Laufe dieser Zeit hat sich natürlich eine gewisse Routine eingestellt, daher möchte ich hier einfach mal beschreiben, wie ich das Kochbarf für meine Lieblinge herstelle.


Während mein Fleisch kocht, berechne ich mein Rezept und wiege die nötigen Supplemente ab.

Wenn das Fleisch ausreichend abgekühlt ist, schneide ich es klein oder lasse es durch den Fleischwolf und gebe es tagesportionsweise in die Gefrierbecher.

Ein kleinen Teil des gewolften Fleisches vermische ich mit den Supplementen und der Leber für Vitamin A sowie  dem Fisch für Vitamin D und gebe flüssige Supplemente wie Lachsöl oder Vitamin E-Tropfen dazu und püriere alles mit einem Teil der abgekühlten Kochbrühe zu einer gleichmäßigen Soße. Die Soße gebe ich gleichmäßig nach Augenmaß zum portionierten Fleisch.

Schließlich gieße ich die restliche Kochbrühe gleichmäßig in die Futterbecher, dann kommt noch der Deckel drauf, ich beschrifte die Becher, damit ich beim Auftauen weiß, welche Sorte ich da in der Gefriertruhe habe, dann nur noch einfrieren und fertig ist das Kochbarf.

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Kommentare: 7
  • #1

    Ka (Mittwoch, 06 Februar 2019 19:07)

    Vielen Dank! Ein sehr hilfreicher Artikel für mich.

  • #2

    Eva (Montag, 16 September 2019 15:31)

    Hallo, ich habe eine Frage. Meine beiden Hunde vertragen kein rohes Fleisch mehr und ich koche es ihnen schonend ab. Wie ist das mit gewolftem Fleisch mit Knochen und Gemüse ? Die Knochen, die enthalten sind, sind auch klein gewolft. Man kann auch Fisch mit Gräten gekocht in Dosen kaufen und der Hersteller versichert, dass dem Hund nicht passiert, da die Gräten weich sind ? Möchte weg von den Dosen und selbst kochen.

    Fragende Grüße
    Eva

  • #3

    Doreen Fiedler (Montag, 16 September 2019 15:52)

    Hallo Eva,
    Knochen und Gräten sollten keinesfalls gegart verfüttert werden. Auch wenn sie klein gewolft sind, können sie spitz oder scharfkantig sein und im schlimmsten Fall zu schweren inneren Verletzungen führen. Deshalb bitte nur gegartes Fleisch ohne Knochen verfüttern oder die Knochen entsprechend entfernen - was sich jedoch bei bereits gewolftem Fleisch als schwierig bis unmöglich darstellen könnte.
    In der Hoffnung dir geholfen zu haben sende ich dir herzliche Grüße
    Doreen

  • #4

    Wagner (Donnerstag, 31 Oktober 2019 12:13)

    Hallo,
    Ich finde den Artikel sehr gut und hätte eine Frage. Da ich eine bei 1 Hündin eine nierendiät koche sieht ihr Plan anders aus. Kann man das „ barf“ rohfleisch kochen wie normales Fleisch das ich an der Theke kaufe? Ist die Berechnung mit roh zu gekocht Gewicht egal was oder gibt es da Unterschiede.
    Vielen lieben Dank

  • #5

    Doreen Fiedler (Montag, 04 November 2019 14:46)

    Hallo,
    ich hoffe, ich habe deine Frage richtig verstanden - ich versuche einmal, dir zu antworten.
    Beim Kochbarf wird grundsätzlich vom Gewicht des rohen Fleisches für die Berechnung der Rezepte ausgegangen. Auch die Futtermenge richtet sich nach dem Gewicht des rohen Fleisches.
    Ein kleines Beispiel, um es zu verdeutlichen: Angenommen du hättest 1000 g rohes Fleisch und diese Menge ergäbe 5 Tagesportionen für deinen Hund und nun kochst du das Fleisch und es sind nach dem Kochen nur noch 800 g gekochtes Fleisch, dann bleiben es trotzdem 5 Tagesportionen. Das Gewicht einer Tagesportion verringert sich entsprechend, weil das Fleisch beim Kochen Wasser und damti Gewicht verliert.
    Nährstoffzusätze beziehen sich ebenfalls auf das Gewicht des rohen Fleisches. Wenn an 1000 g rohes Fleisch z.B. 5 g Eierschale müssen und nun wird das Fleisch gekocht und wiegt nach dem Kochen nur noch 800 g, dann müssen an die 800 g gekochtes Fleisch trotzdem 5 g Eierschale gegeben werden.
    Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen.
    Liebe Grüße
    Doreen

  • #6

    Sandra Prechtl (Montag, 11 November 2019 10:58)

    Hallo, habe ich das richtig verstanden. Du nimmst einen kleinen Teil vom Gekochten und vermischt dieses mit Leber, Fisch, Supplemente, etc. Leber und Fisch sind roh?

    Danke und lg
    Sandra

  • #7

    Doreen Fiedler (Montag, 11 November 2019 16:40)

    Hallo Sandra,

    für die Suppisoße nehme ich einen kleinen Teil abgekühltes gekochtes Fleisch (damit die Soße sämiger wird), die Supplemente, die abgekühlte Kochbrühe, das Gemüse zur Ballaststoffversorgung und Leber (für Vitamin A) und Fisch (für Vitamin D) und püriere all dies zu einer sämigen Soße.
    In unserem Fall sind Leber und fisch für Vitamin A und D tatsächlich roh, doch da muss man schauen, ob die Katze das auch verträgt, wenn rohes und gegartes zusammen in einer Mahlzeit gefüttert werden. Sehr empfindliche Katzen können ggf. mit Verdauungsbeschwerden reagieren. Meine Katzen kommen gut damit klar und fressen die rohe Leber z.B. anstandslos mit, wohingegen gekochte Lebr verweigert wird. Deshalb mache ich das so. :)

    Liebe Grüße
    Doreen